Kaufen oder nur gucken?

Intelligente Videosysteme helfen bei der Standortbewertung im Einzelhandel

 

von Dr. Magnus Ekerot, Geschäftsführer Axis Communications DACH

 

„Ich schau’ mich nur mal um!“ - so lautet der unverbindliche Auftakt für fast jede Shopping-Tour. Doch wer greift nach dem Gucken tatsächlich zur Ware und geht damit zur Kasse? Wie hoch ist der Anteil der Käufer unter den Besuchern? Im Einzelhandel, speziell in der Modebranche, ist People Counting mit Hilfe von Videoüberwachung daher mehr und mehr gefragt. Dies wird beispielhaft an einem deutschen Modeunternehmen mit mehreren hundert Filialen aufgezeigt, das Axis Netzwerk-Kameras in Verbindung mit der Softwarelösung crosscan Objectcount der crosscan GmbH einsetzt. Die Software zur Erhebung von Personen- und Objektbewegungen verschafft jeder Filiale einen genauen Überblick darüber, wie viele Personen bei ihnen ein- und ausgehen. Die täglichen Besucherzahlen unterstützen nicht nur die Personaleinsatzplanung, sondern geben auch Aufschluss über den Erfolg von Werbemaßnahmen und werden zur Standortbewertung herangezogen.

 

Der Anlass für das Modeunternehmen eine Videoüberwachungslösung zu installieren, war es, eine deutlich höhere Zählgenauigkeit in den Filialen zu generieren. Bislang operierten die Ladengeschäfte mit Lichtschrankensystemen, die funktionsbedingt hohe Fehlerquoten aufweisen können. Treten mehrere Personen gleichzeitig durch die Schranke und unterbrechen damit den Lichtfluss, zählt das System fälschlicherweise nur eine Person. Diskrepanzen bei den Zahlen der ein- und austretenden Besucher deckten die Fehlerhaftigkeit auf. Daher sollte eine Lösung gefunden werden, die eine Zählgenauigkeit von mindestens 95 Prozent aufweist. Verschiedene Teststellungen in unterschiedlichen Filialen wurden installiert und über einen Zeitraum von bis zu zehn Monaten getestet. Darunter waren unter anderem ein ultraschallbasiertes System und ein Videosystem mit Analogtechnik.  

 

Von virtuellen Linien und Kunststoffkuppeln

Die Entscheidung fiel schließlich zu Gunsten der crosscan/ Axis-Komplettlösung. Bevor die Lösung allerdings in Betrieb genommen werden konnte, wurden alle Axis Kameras in Kunststoffkuppeln, den so genannten Domes, verbaut. Die feste Installation innerhalb der Domes stellt sicher, dass die Kameras millimetergenau auf ihr Ziel, den Ein- und Ausgangsbereich der Filiale, gerichtet bleiben und auf keinen Fall auch nur leicht verschoben werden.

 

Die crosscan Objectcount Software der crosscan GmbH wertet die Bilddaten der Netzwerk-Kameras in Echtzeit aus und wandelt sie in statistische Informationen um. Bei diesem Vorgang werden keine Videobilder gespeichert, weshalb die Software ohne datenschutzrechtliche Bedenken eingesetzt werden kann. Sie wird auf einem handelsüblichen Windows PC als Systemdienst installiert und läuft, ohne die Performance des Systems negativ zu beeinflussen, stabil im Hintergrund. Dabei erkennt sie Personen und vollzieht deren Bewegungen im Videobild nach. Durch virtuelle Linien und Messzonen, die direkt in das Kamerabild gezeichnet werden, ordnet das System bestimmten Bewegungen Ereignisse zu. Überquert eine Person also die imaginäre Schwelle (virtuelle Linie) eines Stores, wird ein der Laufrichtung entsprechender Eintrag (Ein- oder Ausgang) mit Zeitstempel in der Datenbank erfasst.

 

 




Klein, kompakt und kostengünstig

Bei der reinen Personenzählung (People Counting) bieten die Axis Netzwerk-Kameras folgende Vorteile: sie sind sehr kompakt und in stabilen, aber schlichten Gehäusen verbaut. Ein wichtiger Punkt, da die Kameras meist direkt über dem Eingang montiert werden und möglichst unauffällig sein sollen. Das Modell 206 von Axis ist die kleinste Netzwerk-Kamera der Welt und damit wie geschaffen für den ‚störungsfreien’ Einsatz in hochwertig und attraktiv gestalteten Eingangsbereichen. Darüber hinaus ist sie technisch ausgereift und sehr ausfallsicher.

 

Im Februar 2007 lief das System in den ersten Filialen produktiv, wobei zunächst die Geschäfte berücksichtigt wurden, die soeben eröffnet oder von Umbaumaßnahmen betroffen waren. Momentan sind ca. 150 Kameras in 38 Filialen im Einsatz, weitere 200 warten noch im Zentrallager der Firma BCS auf ihre Auslieferung. Die BCS hat sich unter anderem  auf Lösungen im Netzwerkbereich spezialisiert und steht dem Modeunternehmen als Logistik Partner zur Seite. So steuert BCS das komplette Roll-Out der Kameras. Diese können auf Abruf innerhalb von 24 Stunden an jedem gewünschten Ort in Europa geliefert werden. Damit wird sichergestellt, dass die Installationen in den Filialen termingerecht und ohne Lieferengpässe durchgeführt werden können.

 

Informationen fürs Marketing

Nach Auswertung der Kamera-Bilder durch crosscan werden die Besucherzahlen in der Datenbank gespeichert und einmal jede Nacht gebündelt in die Zentrale geschickt. Durch die automatische Einspeisung in die zentralen Systeme können die Marketing- und Vertriebsverantwortlichen die Daten schon am nächsten Tag nutzen. Die jeweiligen Besucherzahlen geben vor allem im Zusammenhang mit anderen Filialdaten und Kennzahlen nicht nur Aufschluss über die Standortqualität. Auch der Erfolg von Werbemaßnahmen lässt sich direkt an der Besucherzahl ablesen. Außerdem werden die Besucherzahlen in Relation zu den Käuferzahlen gesetzt und damit die so genannte Konversionsrate der Filiale ermittelt. Als besonders erfolgreich gilt das Geschäft, das einen hohen Käuferanteil bzw. eine hohe Umwandlungsquote (von Besuchern zu Kunden) aufweisen kann. Darüber hinaus können die Marketingverantwortlichen wichtige Erkenntnisse in punkto Warenanordnung und Sortiment gewinnen. Damit mehr Leute, die gucken, dann auch kaufen.

 

Axis Communications GmbH, www.axis.com/de
crosscan GmbH, www.crosscan.com

 

Copyright 2003-2010 crosscan GmbH. All rights reserved.HomeLegal/AGBSupportPresseDatenschutzИмпрессум